Archiv für den Monat: März 2015

PraxisCheck: Online-Test zum Thema Impfen für Arztpraxen

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Quelle: CDC/ Amanda Mills

Haben Sie beim Impfen die Nase vorn! Die aktuelle Masern- und Grippewelle in Deutschland zeigt, wie wichtig es ist, die Patienten gezielt auf ihren Impfstatus anzusprechen. Mit wenigen Klicks können Sie herausfinden, wie ihr Impfmanagement verbessert werden kann. […] Der Online-Test wurde entwickelt von der KBV in Zusammenarbeit mit der KV Bayerns und dem Institut für Allgemeinmedizin der Universität München. Die Fragen, Bewertungen und Empfehlungen beruhen auf rechtlichen Anforderungen sowie Qualitätszielen aus QEP – Qualität und Entwicklung in Praxen®, dem Qualitätsmanagement-System der Kassenärztlichen Vereinigungen und der KBV.

Weitere Infos & Link zum Test: http://www.kbv.de/html/13789.php

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KV-Impfsurveillance: Auswertung von Abrechnungsdaten der Kassenärztlichen Vereinigungen

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Quelle: CDC/ Amanda Mills

Die zurzeit verfügbaren Datenquellen liefern ein nur unvollständiges Bild der Impfsituation in Deutschland. Um Impfprogramme jedoch sinnvoll etablieren, evaluieren und anpassen zu können sind Daten erforderlich, die den erreichten Impfstatus in der Bevölkerung möglichst repräsentativ beschreiben und dessen Einfluss auf die Häufigkeit und Verteilung der zu verhindernden Erkrankungen abschätzen lassen. […] Ziel der KV-Impfsurveillance ist die Aufbereitung und die Bereitstellung von Daten für die Akteure der Impfprävention. Von allen 17 Kassenärztlichen Vereinigungen werden anonymisierte Abrechnungsdaten niedergelassener Ärzte zu Impfleistungen, Kinder- und Jugendvorsorgeuntersuchungen und Diagnosen impfvermeidbarer Erkrankungen an das RKI übermittelt.

Quelle: Robert-Koch-Institut

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Justizminister Maas hält Impfpflicht für möglich

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Quelle: CDC/ Debora Cartagena

In Berlin ist ein Kleinkind an Masern gestorben, jetzt mehren sich Rufe nach einer Impfpflicht. Laut Justizminister Maas sollte dies zwar nur das letzte Mittel sein, aber: „Wer nicht impft, gefährdet unser aller Leben.“ In Frankreich wurde die Impfpflicht gegen Tetanus, Diphtherie und Kinderlähmung am 20.03.2015 vom französischen Verfassungsrat für verfassungskonform erklärt. Eine Impfpflicht zum Schutz vor Masern sollte nach Einschätzung von Justizminister Heiko Maas (SPD) als letztmögliches Mittel in Betracht gezogen werden. Eine solche Pflicht sei „rechtlich nicht ausgeschlossen“, sagte der Minister der „Bild“-Zeitung. Die Pflicht solle aber das letzte Mittel sein, um eine Ansteckungswelle zu stoppen. Stattdessen müsse zunächst alles getan werden, um besser aufzuklären, sagte Maas der Boulevardzeitung.

Weitere Infos:  http://www.spiegel.de

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Rechtsurteil: Impfpflicht in Frankreich ist verfassungsgemäß

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Quelle: CDC/ Judy Schmidt

Während Deutschland noch auf Freiwilligkeit setzt, um eine zu geringe Impfquote zu erhöhen, gibt es in Frankreich eine Impfpflicht. Der französische Verfassungsrat erklärte sie nun für rechtens.

Weitere Infos: http://www.tagesschau.de

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Masernausbruch in Disneyland aufgrund geringer Impfrate

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Quelle: CDC

Die jüngste Masernwelle in den Vereinigten Staaten ist einer Studie zufolge auf mangelnden Impfschutz bei Kindern zurückzuführen. In den besonders betroffenen Gegenden der Bundesstaaten Kalifornien, Arizona und Illinois seien nur 50 bis 86 Prozent der Kinder gegen die Krankheit geimpft. Die Impfrate liege dort deutlich unter den 96 bis 99 Prozent, die für einen weitreichenden Schutz der Bevölkerung („Herdenimmunität“) nötig seien.

Quelle: http://www.livescience.com

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Forscher warnen vor Masern-Ausbruch nach Ebola-Epidemie

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Quelle: CDC/ Rebecca Martin, PhD

US-Wissenschaftler warnen vor möglichen Konsequenzen der Ebola-Epidemie. Durch Ausfälle des Gesundheitssystems habe diese nämlich anderen Infektionskrankheiten den Weg geebnet, schreiben sie in einer in „Science“ veröffentlichten Studie. Ein Ausbruch der Masern etwa könnte durch fehlende Impfungen von Kleinkindern zu 2.000 bis 16.000 zusätzlichen Todesfällen führen.

Quelle: http://www.sciencemag.org

 

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Antibiotikum/Antibiotikaresistenz

Unter einem Antibiotikum (Pl.: Antibiotika) versteht man einen von Mikroorganismen (auch von höheren Pflanzen und Tieren) gebildeten Stoff, der in der Lage ist, Mikroorganismen (z.B. Bakterien) abzutöten bzw. in ihrer Vermehrungsfähigkeit einzuschränken. Gegen Viren sind Antibiotika hingegen wirkungslos. Bestimmte Bakterien können gegen Antibiotika unempfindlich (resistent) werden. Die Antibiotikabehandlung führt dann nicht (mehr) zu einem Absterben oder einer Wachstumshemmung der Bakterien.

Links:

http://de.wikipedia.org/wiki/Antibiotikum

http://de.wikipedia.org/wiki/Antibiotikaresistenz

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Humane Papillomviren (HPV)

Beinahe jeder Mensch infiziert sich im Laufe seines Lebens mit den Humanen Papillomviren (HPV), die in über 150 verschiedene Typen eingeteilt werden. Etliche HPV-Typen werden bei normalem Hautkontakt, andere beim ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen.

Abhängig vom Virustyp kann eine Infektion folgenlos verheilen, bei manchen Menschen jedoch auch dauerhaft nachweisbar bleiben und zu schweren Krankheitsbildern führen. Die HP-Viren infizieren Epithelzellen der Haut und der Schleimhäute. Je nach HPV-Typ werden unterschiedliche Krankheiten verursacht. Bestimmte HPV-Typen führen zur Bildung von Warzen am Ort der Infektion (Genitalwarzen, Anuswarzen…). Andere HPV-Typen (z.B. HPV 16 und 18) können jedoch auch bösartige Tumore wie z.B. Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) bei Frauen hervorrufen. Diese Hochrisiko-HPV-Typen sind auch verantwortlich für die Entstehung von Tumoren an u.a. Vulva, Scheide, Anus, Penis, Mund oder Rachen.

Mit jährlich 500.000 Neuerkrankungen ist Gebärmutterhalskrebs die zweithäufigste Krebserkrankung in der weiblichen weltweiten Population und mit 350.000 Todesfällen die zweithäufigste tumorbedingte Todesursache bei Frauen weltweit. Laut den aktuellsten Daten des Robert-Koch-Instituts und der Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister erkranken in Deutschland ca. 4660 Menschen jährlich an Gebärmutterhalskrebs (132 in der Metropolregion Rhein-Neckar), die Prognose für 2014 beträgt 4600 Neuerkrankungen. Rund 1600 Frauen sterben jährlich an den Folgen des Zervixkarzinoms in Deutschland (45 in der Metropolregion Rhein-Neckar). Gebärmutterhalskrebs liegt damit in Deutschland auf Rang vier der Frauen betreffenden Krebserkrankungen und ist der dritthäufigste Krebstod bei Frauen unter 60 Jahren. Trotz bestehender Vorsorge- und Früherkennungsmaßnahmen zählt Deutschland zu den europäischen Ländern mit den höchsten Neuerkrankungsraten (9,3/100.000) und einer immer noch hohen Mortalitätsrate (2,5/100.000)

Leider herrscht über diesen durch Medizin-Nobelpreisträger Prof. Dr. Harald zur Hausen entdeckten Zusammenhang immer noch eine erschreckende Unaufgeklärtheit oder Gleichgültigkeit.

Maßnahmen zur Vorsorge und Früherkennung

Neben den Maßnahmen zur Früherkennung und Behandlung  von Gebärmutterhalskrebs gibt es seit 2006 die Möglichkeit der Primärprävention mittels Impfung gegen HPV. Mit Hilfe der HPV-Impfung können auffällige Zellveränderungen und Krebs gar nicht erst entstehen. Seit 2006 sind europaweit 2 Impfstoffe auf dem Markt (Gardasil, Cervarix). Beide Impfstoffe verhindern im Gegensatz zu anderen Maßnahmen die Infektion mit den HPV-Typen 16 und 18 und damit die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs. Gardasil verhindert darüber hinaus auch die Infektion mit den HPV-Typen 11 und 8 sowie die Entstehung von Feigwarzen und hilft damit ca. 70% gegen Gebärmutterhalskrebs. Ein neuer Impfstoff namens „Gardasil 9“ soll zudem 5 weitere Virenstämme hemmen und damit den Schutz auf ca. 90% anheben. (Stand: 2015)

Die Impfstoffe enthalten virusähnliche Partikel, die keine Erbinformationen enthalten und keine HPV-Infektionen hervorrufen. Sie sind damit sehr sicher. Alle Medikamente, Impfungen eingeschlossen, können Nebenwirkungen hervorrufen. Die Reaktionen des Körpers auf die HPV-Impfung sind ähnlich denen anderer Impfungen. Die häufigste Nebenwirkung von Impfungen sind leichte Schmerzen, Rötungen und/oder Schwellungen an der Einstichstelle. Diese Symptome entstehen im Schnitt nach 4-5 Impfungen und zeigen lediglich, dass das Immunsystem auf die Impfung reagiert. Die Symptome können wenn nötig einfach behandelt werden. Gravierendere Nebenwirkungen wie z.B. eine allergische Reaktion sind extrem selten. Es treten im Schnitt 3 allergische Reaktionen bei 1 Million Impfungen auf. Diese Rate ist ähnlich denen von anderen Impfungen an Kindern und Jugendlichen. Allergische Reaktionen treten normalerweise innerhalb von 10 Minuten nach der Injektion auf, üblicherweise wenn man eine Allergie gegen einen der Impfinhaltsstoffe hat (z.B. Hefe).

Nachdem ein Kind geimpft wurde, sollte es für mindestens 15 Minuten überwacht werden, um sicher zu gehen, dass es keine allergische Reaktion entwickelt. Falls eine allergische Reaktion auftritt, kann sie schnell und wirksam behandelt werden. Jeder Arzt ist dazu ausgebildet mit solch einer Reaktion umzugehen. Die HPV Impfung stellt insgesamt eine sehr sichere primärpräventive Maßnahme dar.

Die STIKO (Ständige Impfkommission) am Robert-Koch-Institut empfiehlt die HPV-Impfung seit 2007 für das ganze Bundesgebiet. Die meisten Vorteile bietet die Impfung, wenn sie vor dem ersten Geschlechtsverkehr durchgeführt wird, da mit hoher Wahrscheinlichkeit noch kein Kontakt mit den „Hochrisiko-Typen 16 und 18“ stattgefunden hat.

Die gesetzlichen Krankenversicherungen übernehmen in Deutschland derzeit (Stand: 2015) die Kosten für die HPV-Impfung gemäß der Schutzimpfungsrichtlinie für Mädchen und junge Frauen im Alter zwischen 9 und 14 Jahren. Versäumte Impfungen sollen spätestens bis zum vollendeten 18. Lebensjahr nachgeholt werden. Eine Impfung der Jungen gegen HPV ist nach Expertenmeinung ebenfalls sinnvoll, muss jedoch derzeit in Deutschland selbst bezahlt werden. Die Impfempfehlung für Jungs wird derzeit noch ausgearbeitet. Jungs können die HP-Viren nicht nur übertragen, sondern aufgrund der Hochrisikotypen 16 und 18 selbst an Penis-, Anus-, oder Krebs im Mund- und Rachenraum erkranken. Niedrigrisikotypen können Feig- und Genitalwarzen auslösen. Die Sächsische Impfkommission (SIKO) hat vorbildhaft ihre öffentliche HPV-Impfempfehlung in Sachsen daher auf 12- bis 17-jährige Jungen erweitert. HPV-Impfempfehlungen für Jungen und Männer gibt es bereits in den Vereinigten Staaten von Amerika, Kanada, Australien und Österreich. Bei Mädchen empfiehlt die SIKO die HPV-Impfung im Alter zwischen 12 und 26.

Sicherheit der Impfung

Nach eingehender Beratung mit Gesundheitsexperten, Ärzten und Wissenschaftlern anderer Fachbereiche wurde durch die australische Regierung das staatlich finanzierte HPV-Schulimpfprogramm 2007 eingeführt, an dem beinahe alle australischen Schulen teilnehmen. Damit war Australien weltweit das erste Land, welches ein nationales Impfprogramm gegen Gebärmutterhalskrebs einführte.

Über 6 Millionen HPV-Impfungen wurden jungen Mädchen und Frauen bereits verabreicht. Obwohl es aufgrund der langen Zeit bis zum Entstehen von Gebärmutterhalskrebs noch keine Studiendaten zum Erfolg bei der Vermeidung von Zervixkarzinomen gibt, belegen andere Studien bereits frühe Erfolge:

  • 77%-ige Verringerung von HPV-Typen, die fast 75% der Zervixkarzinome verursachen
  • 50%-ige Verminderung der schwerwiegenden Gebärmutterabnormalitäten bei Mädchen < 18 Jahre
  • 90%-ige Reduktion der Genitalwarzen bei Homosexuellen (Männer und Frauen) < 21 Jahre

Während im Jahr 2007 noch bei 11,5% aller untersuchten Australierinnen < 21 Jahren Genitalwarzen (Condylomata accuminata) festgestellt wurden, waren es 2011 nur noch 0,85%.

In Australien werden mittlerweile ca. 70% der jungen Mädchen im Rahmen des Schulimpfprogramms immunisiert. Innerhalb von 3 Jahren nach der Einführung der Impfung ließen sich bei den jungen Frauen < 18 Jahren fast 40% weniger Dysplasien (Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs) beobachten.

Impffakten HPV: (Stand: 2015)

Krankenkassenfinanzierung: Mädchen im Alter von 9-14 Jahren. Bis zum 18. Lebensjahr können versäumte Impfungen nachgeholt werden. Einige Krankenkassen erstatten über diese Grenzen hinaus.

Anzahl Impfdosen: Zwischen 9-14 sind 2 Impfdosen mit einem Impfabstand von 6 Monaten vorgesehen

Bei Nachholimpfungen oder der Vervollständigung einer Impfserie im Alter von > 14 Jahren oder bei einem Impfabstand von < 6 Monaten zwischen der 1. und 2. Dosis ist eine 3. Impfstoffdosis erforderlich.

HPV – Impfbroschüren (Download)

Es gibt bereits zahlreiche informative und zielgruppenspezifische HPV – Flyer und Broschüren. Um Ihnen einen Überblick zu bieten, finden Sie HIER eine große Auswahl an HPV-Impfmaterialien zum Downloaden.

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