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Mangelnder Impfschutz ist hochgefährlich!

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Quelle: CDC/ Judy Schmidt

Bisher haben sich die Hausärzte mit Empfehlungen zum Thema Impfen zurückgenommen. Nun bezieht der Deutsche Hausärzteverband (DHÄV) anlässlich der 10. Europäischen Impfwoche Position. „Wir müssen uns gemeinsam dafür stark machen, dass Impflücken geschlossen werden“, sagt der DHÄV-Bundesvorsitzende Ulrich Weigeldt. Krankheitsausbrüche wie die aktuelle Masernwelle in Berlin müssten ein für alle Mal der Vergangenheit angehören…

Quelle: Hausaerzteverband.de

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Masern

Masern sind eine durch das Masern-Virus verursachte Krankheit. Das Virus wird durch Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch übertragen, kann jedoch auch durch die Luft verbreitet werden. Gelangen Viren in den menschlichen Organismus, lösen sie nach ca. 10 Tagen Inkubationszeit fast immer eine Erkrankung aus (Wahrscheinlichkeit >95%). Die Symptome sind zu Beginn unspezifisch (Schnupfen, Fieber, Bindehautentzündung), bevor sich der typische Ausschlag beginnend hinter den Ohren langsam über den ganzen Körper ausbreitet. Es handelt sich dabei um grobflächige rote Flecken, die nur schwer von anderen Viruserkrankungen mit Ausschlag zu unterscheiden sind. Bei Masern zeigen sich allerdings zusätzlich kleine weiße Flecken (Kopliksche Flecken) in der Wangenschleimhaut. Weitere Komplikationen können u.a. sein: Entzündung der Bronchien, Lungenentzündung, Mittelohrentzündung mit nachfolgender Ertaubung oder Enzephalitis. Mit dem Alter steigt dabei die Gefahr einer Masernenzephalitis. Jeder Dritte stirbt daran, jeder Fünfte erleidet eine bleibende Hirnschädigung (Defektheilung). Bei ca. der Hälfte der Masern-Erkrankten treten Veränderungen der Hirnströme auf. Masern sind sehr häufig der Grund für eine verzögerte geistige Entwicklung des Kindes. Eine überstandene Erkrankung bewirkt zwar lebenslange Immunität gegen die Masern, trotzdem wird die Impfung dringend empfohlen, um die schweren Komplikationen (meist durch bakterielle Sekundärinfektionen) und Spätfolgen zu vermeiden. Jedoch stellen die Masern auch ohne diese Komplikationen eine schwere Erkrankung dar, welche die Entwicklung des Kindes stört. In 145 700 Fällen führten 2013 weltweit die Masern zum Tode. In Deutschland kommt es immer wieder zu Masernausbrüchen, da zur Zeit (2015) weniger als 95% der Bevölkerung geimpft sind. Aufgrund der derzeitigen Masernepidemie in Berlin wird daher über eine effektive Impfstrategie nachgedacht.

Zahlen & Fakten

Robert Koch Institut

Wer soll geimpft werden?

Schutzimpfungsrichtlinie G-BA

Alter

Das Immunsystem des Menschen muss eine gewisse Reife erlangt haben, bevor es auf Antigene mit der Bildung von Antikörpern und Gedächtniszellen reagiert. Säuglinge impft man daher meist erst ab dem 3. Lebensmonat. Bis dahin profitieren sie vom Nestschutz (Mutter überträgt Antikörper auf das Kind). Einige Antigene werden allerdings erst vom reiferen Immunsystem ab dem 2. Lebensjahr erkannt. Fortgeschrittene Lebensjahre sind keine Kontraindikation gegen Impfungen. Bisher gab es nur wenige Impfstoffe, deren Anwendung für unterschiedliche Altersgruppen bestimmt waren. Beispielsweise enthält der Impfstoff gegen Diphtherie für Kleinkinder eine höhere Menge Toxoid als für ältere Kinder oder Erwachsene. Während der letzten Jahre wurden Konjugat-Impfstoffe entwickelt, die bereits im unreifen Immunsystem von Säuglingen/Kleinkindern die Antikörperproduktion anregen (Haemophilus influenzae Typ B, Meningokokken, Pneumokokken). Älteren Menschen ab dem 65. Lebensjahr steht ein Influenza-Impfstoff (Virusgrippe) zur Verfügung, der wegen seiner Adjuvans (Squalen) auch bei geschwächtem Immunsystem eine sehr gute Immunisierung erzeugt.

Link: http://www.meine-gesundheit.de/impfkalender 

Impfung

Eine Impfung, auch Schutzimpfung oder Vakzination genannt, ist eine Maßnahme zur Aktivierung des Immunsystems gegen spezifische Stoffe. Es meint den zu einem selbst gewählten Zeitpunkt bewusst herbeigeführten Kontakt eines gesunden Menschen mit bestimmten Erregern (Antigenen), mit dem Ziel Immunität aufzubauen, bevor eine Infektion erfolgt. Jede Schutzimpfung ahmt die sogenannte „stille Feiung“ nach, das meint eine Immunantwort des Körpers infolge einer symptomlosen Infektion mit einem Krankheitserreger. Impfungen werden daher auch „aktive Immunisierung“ genannt. Sie wurden entwickelt als vorbeugende Maßnahme gegen Infektionskrankheiten. Aktuell werden für die Krebsbehandlung auch Krebsimpfstoffe entwickelt. Eine Liste der empfohlenen Impfungen findet sich hier. Jede Schutzimpfung muss vom impfenden Arzt im Impfausweis/-pass/-buch (offiziell: „Internationale Bescheinigungen über Impfungen und Impfbuch der Weltgesundheitsorganisation (WHO)“ des Patienten dokumentiert werden (Infektionsschutzgesetz).

Link: http://de.wikipedia.org/wiki/Impfung

AIDS-Impfstoff

AIDS (engl.: „Acquired Immune Deficiency Syndrome“, dt.: „erworbenes Immundefektsyndrom“) bezeichnet eine spezifische Kombination von Symptomen beim Menschen aufgrund einer Infektion mit dem HI-Virus (HIV). Das Virus verändert fortlaufend in kurzen Zeitabständen seine Oberfläche und damit seine Antigene. Das geschieht einerseits während der langen Inkubationszeit, als auch während der Aidserkrankung. Solange es nicht gelingt, ein konstantes Antigen (common antigen) des HI-Virus zu finden, wird die Herstellung eines Impfstoffes nicht gelingen. Dank neuer Medikamente (Virusstatika) steigt die Zahl der Erkrankungen und Todesfälle in den westlichen Industrienationen nicht mehr so stark, wie die Zahl der Neuinfektionen. Trotz zunehmender Therapieerfolge sollte die Expositionsprophylaxe (hygienische Maßnahmen) zur Vermeidung einer HIV-Infektion nicht vernachlässigt werden. Vorbeugen ist besser als heilen, denn für die HIV-Infektion gibt es bis heute keine Heilungsmöglichkeit. Die Entwicklung einer wirksamen Impfung ist daher Teil der vielen wissenschaftlichen Versuche, die weitere Verbreitung des Virus einzudämmen. Es gibt mittlerweile zwar Therapien wie die hochaktive antiretrovirale Therapie (HAART), diese können jedoch bisher nur die Viruslast herabsetzen und das Leben der Patienten dadurch verlängern, eine Entfernung des HI-Virus aus dem Körper wird dadurch jedoch nicht erreicht. Ein HIV-Impfstoff gilt als das wahrscheinlich wirkungsvollste Mittel gegen die Ausbreitung von HIV. Daher wird zurzeit weltweit an ca. 30 HIV-Impfstoffen geforscht.

Auch wenn bereits Symptome der Aidserkrankung sichtbar werden, können HIV-Infizierte generell alle inaktivierten Impfstoffe erhalten (z.B. Diphtherie, Hepatitis B,  Polio, Keuchhusten, Tetanus). Es wird trotzdem empfohlen, den Impferfolg serologisch (Antigen-Antikörper-Reaktionen im Blutserum) überprüfen zu lassen, da die Impfungen abhängig vom persönlichen Immunstatus mehr oder weniger wirksam sind. Applikationen von Lebendimpfstoffen müssen dagegen differenziert betrachtet werden. Die Impfung gegen Masern wird symptomlosen HIV-Infizierten dringend empfohlen, weil bei ihnen diese Krankheit besonders schwer verläuft. Die MMR-Impfung (Mumps-Masern-Röteln) ist ebenfalls möglich, nicht jedoch die Impfungen gegen Tuberkulose oder Varizellen, da es sonst zu schweren Impfkomplikationen kommen kann (Impffähigkeit).

Links:

http://de.wikipedia.org/wiki/AIDS

http://de.wikipedia.org/wiki/HIV-Impfstoff

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Adsorbatimpfstoff

Bei einem Adsorbatimpfstoff wird das Impfantigen an ein Adjuvans (z.B. MF59, Aluminium-Hydroxid) gebunden, um die Wirksamkeit des Impfstoffs zu erhöhen. Ohne diese Unterstützung müsste eine deutlich größere Menge Antigen pro Impfdosis gegeben werden (z.B. Tetanus-Toxoid in rund 100-facher Menge). Dadurch gäbe es deutliche Probleme mit der Verträglichkeit. Bei tiefer intramuskulärer Applikation sind Adsorbatimpfstoffe lokal gut verträglich. Bei einer zu flachen Injektion kommt es durch eine unspezifische Reizung der Hautnerven zu Nebenreaktionen (lokale Beschwerden). Adsorbatimpfstoffe dürfen nicht eingefroren werden (Lagerung).

Link:  http://flexikon.doccheck.com/de/Adsorbatimpfstoff

Adjuvans

Adjuvantien (Adjuvantia oder Adjuvanzien) sind Substanzen, die das Immunsystem unspezifisch stimulieren. Beinahe alle inaktivierten Impfstoffe enthalten ein Adjuvans, um deren Wirksamkeit (Immunogenität) zu erhöhen. Bei Personen mit einer Immunsuppression (Unterdrückung einer Immunreaktion) soll dadurch eine belastbare Immunität und hohe Antikörper-Titer ausgelöst werden. Häufig wird Aluminium-Hydroxid, seltener Aluminium-Phosphat verwendet. Es bindet an an das Impfantigen (Adsorbatimpfstoff), wodurch der Impfstoff als Depot im Gewebe verbleibt (Nebenreaktionen) und über einen längeren Zeitraum die Immunzellen anregt. Manche Impfstoffe enthalten organische Substanzen als Adjuvantien, z.B. MF59 (Öl-in-Wasser-Emulsion, Bestandteile: Squalen, Polysorbat 80, Sorbitantrioleat) Idealerweise zeigen Adjuvantien keine eigenen pharmakologischen Wirkungen.

Link: http://de.wikipedia.org/wiki/Adjuvans_(Pharmakologie)

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